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SARS-CoV-2-Impfung in Praxen

Neuburger Allgemeinarzt erfand einfache Kühlkette für die BioNTech-Vakzine

Bis zu fünf Tage lang kühlt der Neuburger Allgemeinarzt Dr. Fabian Holbe die Covid-19-Vakzine von BioNTech im regulären Praxiskühlschrank und macht so Praxis-Impfungen möglich. Frisch aufgezogen wird der Impfstoff dann in sechs Stunden verimpft. Nach Absprache mit dem Hersteller und Beratung mit dem Apotheker machte Holbe Nägel mit Köpfen: In zehn allgemeinärztlichen Praxen im Landkreis Nordwestmecklenburg finden nun regelmäßige COVID-19-Impfungen statt.

Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns mit Wahlkämpferin und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig an der Spitze eilte nach Neuburg in die Praxis Dr. Holbes und erhob das regionale Modellprojekt zur Impfstrategie des Bundeslandes. Inzwischen rechnen auch Bundesgesundheitsministerium und KBV damit, dass dezentrale Impfungen wohl schon im März starten können – bundesweit. Laut Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) wird die Kapazität der Impfzentren im zweiten Quartal schnell erschöpft sein. An sich ist die Praxisimpfung viel selbstverständlicher als der Aufbau riesiger Impfzentren. „Der Allgemeinarzt ist der Impfarzt und baut auf ein oft langjähriges Vertrauensverhältnis“, so Holbe.


Interessant ist auch die Honorierung der Impfleistung in der Praxis. Es handelt sich nämlich auch in der Praxis nicht um eine vertragsärztliche Leistung, sondern um die Bezahlung nach Stundenlohn im Auftrag und auf Rechnung des Gesundheitsamtes – extrabudgetär. Wie unsere Redaktion erfuhr, ist die Vergütung zwischen den Bundesländern unterschiedlich hoch und soll für Ärzte ca. 80 bis 120 €/h und für MFA ca. 35 bis 40 €/h betragen. (fgr)

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