26. November 2021

Honorarabschluss 2022

Was bedeutet das für die Hausärzte?

Am 15. September 2021 haben der Erweiterte Bewertungsausschuss (EBA) und der Bewertungsausschuss (BA) eine Reihe von Entscheidungen getroffen, die sich ab dem 1.Januar 2022, teilweise aber auch schon seit dem 1. Oktober 2021 auf das vertragsärztliche Honorar auswirken.

Eine Anhebung des Orientierungspunktwertes (OPW) für das Jahr 2022 um 1,275% führt dazu, dass ab dem kommenden Jahr die einzelnen Leistungen im EBM mit 11,2662 Cent je Punkt vergütet werden. Als neues Honorarelement kommt noch ein Hygienezuschlag hinzu. Der EBA hatte bereits am 9. Juni 2021 festgelegt, dass die Kassen dafür 89 Mio. € zur Verfügung stellen müssen. Jetzt beraten Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Kassen darüber, wie dieses Geld an die einzelnen Fachgruppen verteilt werden soll. Geplant sind Zuschlagsleistungen zu den jeweiligen Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen, die von der zuständigen KV „automatisch“ zugesetzt werden.

Da Honorare aber nur im Rahmen der zur Verfügung stehenden Gesamtvergütung zu diesem Wert bezahlt werden, kommt es darauf an, wie viel die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) in der „Kasse“ haben. Darüber entscheiden die bereits zuvor festgelegten sog. Veränderungsraten (Morbiditäts- und Demografierate), die im kommenden Jahr regional insgesamt so niedrig ausfallen, dass sie teilweise sogar den Zuwachs beim OPW und dem Hygienezuschlag reduzieren (Tab.).

Erfreulich ist deshalb, dass einige Regelungen im Zusammenhang mit der SARS-CoV-2-Pandemie vom Bewertungsausschuss zunächst bis zum 31.12.2021 verlängert wurden, die insbesondere in der hausärztlichen Versorgung zumindest in diesem Jahr noch einen Ausgleich für die im nächsten Jahr drohenden Honorarverluste schaffen können:

  • Telefonische Konsultationen werden auch dann wie vorgesehen vergütet, wenn der Pati-ent in demselben Quartal in die Praxis kommt oder den Arzt per Videosprechstunde konsultiert. Für Hausärzte/Kinder- und Jugendärzte heißt das, die GOP01434 kann unabhängig vom Gesprächsbudget berechnet werden.

  • Die Zuschläge zu den hausärztlichen Chronikerpauschalen (GOP03221/04221) können auch bei mindestens einem persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt (APK) und zusätzlich einem APK im Rahmen einer Videosprechstunde oder einem telefonischen APK berechnet werden.

Bei beiden Regelungen soll spätestens bis zum 1. Dezember 2021 geprüft werden, ob eine weitere Verlängerung beziehungsweise eine Anpassung der Regelung ggf. im Jahr 2022 erforderlich ist.

Autor:
Dr. med. Gerd W. Zimmermann
Facharzt für Allgemeinmedizin
Hofheim/Taunus

Neueste Artikel
Affenpocken

So kann man sich in der Praxis darauf vorbereiten

Unmittelbare Gefahr, wie z.B. im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie, scheint nicht im Verzug zu sein. Der bisher schnelle und auch unklare Verbreitungsweg dürfte allerdings dazu führen, dass ...

Jetzt als Regelversorgung

Das gilt bei der telemedizinischen Physiotherapie

Eine Sonderregelung im Rahmen der Pandemie hat bisher schon die telemedizinische Behandlung von Patienten mit physiotherapeutischen Maßnahmen möglich gemacht. Diese dem Schutz des ...