21. Mai 2021

NFDS und ePA

Können oder müssen wir das machen?

Nach einer Entscheidung des Erweiterten Bewertungsausschusses (EBA) wird das Führen der elektronischen Patientenakte (ePA) künftig rückwirkend ab 1. Januar 2021 nach den EBM-Nrn. 01431 und 01647 EBM-honoriert.

Die Nr. 01647 (1,67€/15 Punkte) wird einmal im Quartal als Zuschlag zur Versichertenpauschale (VP) extrabudgetär vergütet, wenn Daten in der ePA erfasst, verarbeitet und/oder gespeichert werden. Findet in dem betreffenden Quartal kein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt (APK) und keine Videosprechstunde statt, kann nur die Nr. 01431 EBM (0,33€/3 Punkte) berechnet werden. Die Bewertung der Erstbefüllung der ePA wurde vom Gesetzgeber für das Jahr 2021 mit 10€ festgelegt. Da diese Pauschale eine sektorenübergreifende Vereinbarung erforderlich macht, sind die Verhandlungen zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Kassen hier noch nicht abgeschlossen.

Bereits 2020 wurde das Honorar für die Anlage eines Notfalldatensatzes (NFDS) auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) beschlossen. Dort gibt es für die Erstanlage 17,80€ für ein Jahr, danach 8,79€. Die Datensatzpflege wird im Quartal pauschal mit 0,44€ vergütet.

NFDS und ePA: Unterschiede beachten!

Angesichts dieser im Vergleich zum Aufwand sehr niedrigen Honorare stellt sich die Frage, ob es eine Verpflichtung gibt, derartige Daten auf die eGK eines Patienten aufzubringen. Im Falle des Notfalldatenmanagements (NFDM) ist dies nicht der Fall, deshalb wurde als Anreiz für ein Jahr ein höheres Honorar angesetzt. Man kann es also machen, muss aber nicht. Bei der ePA ist die Situation etwas anders. Ab 1. Juli 2021 muss laut Gesetz die notwendige Ausstattung vorgehalten werden, um Daten über die Telematikinfrastruktur in die ePA zu übertragen oder auszulesen, aber nur, wenn der Versicherte dies wünscht. Für die Versicherten ist die Anlage und Nutzung der ePA freiwillig, und ob ein Patient möchte, dass seine Krankheitsdaten derart offengelegt werden, sollte man mit ihm erörtern.

Autor:
Dr. med. Gerd W. Zimmermann
Facharzt für Allgemeinmedizin Hofheim/Taunus Kommentar von Dr. med. Gerd W. Zimmermann


Zitierhinweis: erschienen in dieser Ausgabe
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