23. Februar 2022

Telemonitoring bei Herzinsuffizienz

Künftig von Hausärzten organisiert

Seit dem 1. Januar 2022 gibt es im hausärztlichen Bereich zwei neue Abrechnungspositionen für eine Leistung, die es eigentlich noch gar nicht gibt: Die Organisation eines Telemonitorings von Patienten mit Herzinsuffizienz könnten wir zwar – wie in den Leistungslegenden gefordert – umsetzen, dazu brauchen wir aber einen fachärztlichen Partner, und der ist noch nicht da.

© nicole

Wer als Hausarzt mitmachen will, muss ein sog. „Primär behandelnder Arzt (PBA)“ sein. Nach dem zugrunde liegenden Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sind dies Fachärzte für Allgemeinmedizin, für Innere und Allgemeinmedizin, sog. Hausarzt-Internisten oder Praktische Ärzte und Ärzte ohne Gebietsbezeichnung.

Der PBA übernimmt die Anleitung des Patienten zu Grundprinzipien des bei ihm zur Anwendung kommenden Telemonitorings, zum Gebrauch der dabei eingesetzten Geräte und zu relevanten Aspekten des Selbstmanagements. Telemetrisch überwacht werden kardiale Aggregate wie Herzschrittmacher und/oder Defibrillatoren oder externe Messgeräte, die mindestens das Körpergewicht, die elektrische Herzaktion, den Blutdruck und Informationen zum allgemeinen Gesundheitszustand erfassen. Die Daten werden von einem sog. Telemedizinischen Zentrum (TMZ) geliefert, das den PBA bei Warnmeldungen mit möglichem ärztlichem Handlungsbedarf am Tag der Sichtung informiert.

Der Einsatz des Telemonitorings ist bei Patienten möglich, die eine Herzinsuffizienz nach dem NYHA-II- oder NYHA-III-Stadium mit einer Ejektionsfraktion von weniger als 40% haben, Träger eines implantierten kardialen Aggregates sind oder im zurückliegenden Jahr wegen kardialer Dekompensation stationär behandelt wurden und bei denen keine Faktoren erkennbar sind, die eine Übertragung der Monitoringdaten verhindern oder gefährden oder das Selbstmanagement des Patienten behindern könnten.

Wer als TMZ aktiv werden kann, muss noch in einer Qualitätssicherungsvereinbarung definiert werden. Wir Hausärzte befinden uns deshalb zunächst in Wartestellung. Wenn es dann so weit ist, sollten wir aber bereit sein!

Autor
Dr. med. Gerd W. Zimmermann
Facharzt für Allgemeinmedizin Hofheim am Taunus

Bisher erschienen

Sämtliche 2021 veröffentlichte Kommentare von Dr. Zimmermann finden Sie zum Nachlesen unter:
www.allgemeinarzt.digital/berufspolitik/wie_ich_es_sehe


Zitierhinweis: erschienen in dieser Ausgabe
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