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5. Oktober 2021

Bariatrische OPs

Gefahr einer Anämie langfristig erhöht?

Schwedische Forscher haben in einer Studie das Langzeitrisiko von Anämien bei Patienten untersucht, die sich entweder einer bariatrischen Operation unterzogen oder für eine nichtchirurgische Adipositasbehandlung entschieden. Dazu wurden Patienten (37 bis 60 Jahre) mit einem BMI ≥34kg/m2 (Männer) bzw. ≥ 38 kg/m2 (Frauen) rekrutiert und in zwei Gruppen eingeteilt: 2.007 Patienten hatten eine bariatrische Operation (266Magenbypass,1.365 vertikale bandverstärkte Gastroplastik, 376 Magenband). Als Kontrollgruppe dienten 2.040 Patienten mit einer nichtchirurgischen Adipositasbehandlung. In der 20-jährigen Nachbeobachtungszeit wurde regelmäßig der Hb-Wert gemessen. Anämie war dabei definiert als Hb-Wert von <120 g/l (Frauen) bzw. <130g/l (Männer). In der Magenbypass-Gruppe traten 133Anämie-Ereignisse auf (= Inzidenz 64 pro 1.000 Personenjahre), in der Gastroplastik-Gruppe 359 (= Inzidenz 23), in der Magenband-Gruppe 101 (=Inzidenz 26). Im Vergleich dazu waren es in der Kontrollgruppe lediglich 261 Anämie-Ereignisse (= Inzidenz 13).

Johansson K et al.: Lancet Diabetes Endocrinol 2021; 9 (8): 515–24. DOI:https://doi.org/10.1016/S2213-8587(21)00141-8


Zitierhinweis: erschienen in dieser Ausgabe
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