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27. Mai 2021

FSME

Impfserien jetzt abschließen

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden 2020 erstmals mehr als 700 Erkrankungsfälle einer Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) in Deutschland gemeldet.

Auf einer von Pfizer organisierten Pressekonferenz interpretierte Prof. Dr. Gerhard Dobler, München, diese Rekordzahlen nicht als „Ausreißer-Jahr“, sondern als steigenden Trend in Süd-Mitteleuropa. Mit Blick auf die Klimaveränderungen zeigen sich etwa eine Verdopplung der FSME-Zahlen in Höhenlagen, hohe Nymphenzahlen im dritten Folgejahr und ein Überleben „alter“ Zecken im Winter, so der Leiter des Nationalen Konsiliarlabors für FSME. Zusätzlich habe es einen „Corona“-Effekt im Sommer 2020 aufgrund der Urlaubsrestriktionen gegeben. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung (z. B. FSME-IMMUN®) für Personen, die in Risikogebieten wohnen, arbeiten oder sich dort im Rahmen einer Reise aufhalten. „Die Menge der Menschen, die niemals in ein FSME-Risikogebiet kommen, ist sehr gering“, erklärt Dr. Markus Frühwein, München. Das werde aber kaum wahrgenommen, so der Facharzt für Allgemeinmedizin und Reisemedizin. Zudem steige das Risiko einer Beteiligung des Gehirns oder Rückenmarks im Krankheitsfall mit zunehmendem Alter (>75 Jahre) an. Damit der Impfschutz seine volle Wirkung entfalten kann, braucht es drei Dosen. Laut neuen Auswertungen von Krankenkassenabrechnungen erhielt in der Vergangenheit ein großer Teil der Geimpften nicht alle notwendigen Impfdosen. „Wir wollen steigende Impfzahlen und dass die Patienten ihre Impfserien abschließen“, so Frühwein.

Bericht: Bettina Baierl

Quelle: Digitale Pressekonferenz „Richtig ist wichtig: Jetzt FSME-Impflücken schließen“ von Pfizer Pharma GmbH, 17. März 2021

RKI SurvStat. Datenstand: 12.03.2021

STIKO am RKI. Epid Bull 2020; 34: 1–65Schley K et al. Vaccine 2021; 39: 830–838

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