© eyecrave iStockphoto

25. März 2021

Multiple Sklerose

mRNA-Impfung in Sicht?

Ein neues Prinzip zur Therapie der Multiplen Sklerose (MS) sorgt derzeit für Aufmerksamkeit.

Es beruht darauf, das körpereigene Immunsystem wieder an das auslösende Protein zu gewöhnen, ähnlich der Desensibilisierung gegen Allergien. Dabei wird durch eine gezielte Zufuhr des Allergens die immunologische Überempfindlichkeit abgebaut, das Immunsystem lernt, das Allergen wieder zu tolerieren. Es kann dabei komplett oder nur als kleiner Molekülteil verabreicht werden. Forschern ist es jetzt gelungen, an einem MS-Mausmodell durch die kontrollierte Zufuhr des auslösenden Autoantigens die autoimmune Gehirn- und Rückenmarksentzündung zu verhindern bzw. sogar rückgängig zu machen. Anstelle des fertigen Antigens wurde aber nur dessen genetischer Bauplan mittels pseudouridinmodifizierter Myelin-mRNA, eingebettet in liposomale Nanopartikel, verabreicht. Im Körper wird daraus dann das Antigen/Protein gebildet, an das sich das Immunsystem (wieder) gewöhnen soll. Im Ergebnis konnte in mehreren MS-Mausmodellen die Erkrankung erfolgreich unterdrückt und die Demyelinisierung verhindert werden; erkrankte Tiere erholten sich.

Quelle:
Krienke C et al. Science 2021; 371: 145–153. DOI: 10.1126/science.aay3638

Neueste Artikel
COVID-19-Impfung

Warum nicht jeder Jugendliche geimpft werden soll

Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt, Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren nur dann mit Comirnaty® zu impfen, wenn sie unter Vorerkrankungen ...