4. Mai 2021

OSD Osteoporose Selbsthilfegruppen Dachverband e.V.

Osteoporosetherapie –aktiv gelebt!

Der OSD Osteoporose Selbsthilfegruppen Dachverband e.V. widmet sich als gemeinnütziger Verein der Förderung der Gesundheitskompetenz von Betroffenen und dem Aufbau sowie der Betreuung von Selbsthilfegruppen. Ärzte spielen dabei eine wichtige Rolle: Sie sagen, was hilft.

Mal ehrlich, wenn wir an Selbsthilfe bei Osteoporose denken, dann entstehen vor unserem inneren Auge Bilder, die an ein gemütliches Kaffeekränzchen oder an einen langsamen Wanderausflug erinnern. Aber es gibt auch die andere Selbsthilfe: die von aktiven Menschen, die erkannt haben, dass bei Osteoporose nur die eigene Aktivität einen Fortschritt bringen kann.

Selbsthilfe ist kein Selbstläufer

Viele Betroffene fühlen sich mit der Krankheit zu oft alleingelassen. Eine Analyse der International Osteoporosis Foundation (IOF) deckt deutliche Unterschiede der Wahrnehmung des Krankheitsbildes zwischen Arzt und Patient auf: Betroffene sind deutlich stärker besorgt über die Auswirkungen von Osteoporose auf ihre Lebensqualität, als Ärzte es annehmen. Ob dies die Angst vor Frakturen ist, vor einer Abhängigkeit von anderen als Folge der Osteoporose oder die Furcht davor, dass man im Alter nicht mehr so aktiv sein kann, wie man es möchte: Diese Überlegungen stehen für Probleme, die der Therapeut nicht lösen kann und nicht lösen muss. Hier braucht es eine andere Idee.

Was zumeist fehlt, ist eine intensive, individuelle und andauernde Auseinandersetzung des Patienten mit dem Krankheitsbild Osteoporose. Der Dialog mit sich selbst und auch mit Gleichgesinnten. Oder die Information auf einer der deutschlandweit umfangreichsten Osteoporose-Websites unter www.osd-ev.org. Hier beginnt die originäre Aufgabe der Selbsthilfe: Sie ist nicht nur eine wichtige Therapiesäule in unserem Gesundheitssystem, sie ist darüber hinaus die Möglichkeit zum Dialog und auch zum körperlichen Training, um aktiv Muskulatur und Knochen zu stärken. Jeder Arzt weiß, wie hilfreich diese Aspekte sind, vor allem bei Osteoporose. Eine DXA-Messung und ein Rezept reichen nicht. Was nötig ist, ist ein kleiner Brückenschlag: Es braucht eine Empfehlung des Arztes, was zu tun ist, einen Tipp in Richtung Selbsthilfe und eigener Aktivität.

Selbsthilfe praktisch

Als chronische Erkrankung fordert Osteoporose von den Betroffenen viel kontinuierliche Selbstmotivation und eigene Initiative: Interesse am Umgang mit der Krankheit, knochengesunde Ernährung, regelmäßiges Training und viel Bewegung sowie konsequente Therapietreue. Miteinander kann man sich über die Notwendigkeit des Ganzen austauschen. Gemeinsam in der Gruppe Balance, Muskulatur und Knochen zu trainieren geht einfach leichter. Insgesamt sind Geduld und Ausdauer gefragt – und auch hier kann man sich in der Gruppe gegenseitig motivieren. Was es dazu braucht? Die Information, dass es Selbsthilfegruppen gibt oder auch, dass man selbst eine solche Gruppe gründen kann.

Empfehlen Sie Selbsthilfe

Die Selbsthilfe in der Gruppe ist eine ideale Möglichkeit, diese ganze Problematik aufzufangen. Sie wissen aus jahrelanger Erfahrung als Mediziner, dass Osteoporose keine Lobby hat. Osteoporose ist ein immer noch relativ unbeachtetes Krankheitsbild mit wenig öffentlicher Präsenz. Auch was die Prävention anbelangt. Unsere Bitte:

  • Sprechen Sie Ihre Patienten an, verweisen Sie auf Selbsthilfegruppen.

  • Motivieren Sie Betroffene, zusammen mit anderen eine Osteoporose-Gruppe zu gründen.

  • Sprechen Sie befreundete Physiotherapeuten an und bitten Sie darum, eine Gruppe zu gründen.

Der OSD Osteoporose Selbsthilfegruppen Dachverband e.V. unterstützt Sie und Ihre Patienten bei der Gruppengründung und gibt die nötige Starthilfe vor Ort.

Vorgestellt von: Rüdiger Holbe

OSD Osteoporose Selbsthilfegruppen Dachverband e.V.


Zitierhinweis: erschienen in dieser Ausgabe
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