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8. September 2021

Erster Gichtanfall

Erhöhtes Risiko für ein erstes ACS danach

Gicht wird mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen in Verbindung gebracht. Schwedische Forscher untersuchten jetzt in ihrer prospektiven Kohortenstudie das Risiko eines erstmaligen akuten Koronarsyndroms (ACS) bei Patienten mit akuter Gicht. Dazu nutzten sie Daten aus der Gesundheitsdatenbank VEGA. Sie identifizierten 20.287 Patienten mit erstmaliger Gichtdiagnose (Durchschnittsalter 65,6 Jahre). Dem gegenüber wurden 84.240 Kontrollen gestellt. Ausgeschlossen waren in beiden Gruppen Fälle mit bekannter kardiovaskulärer Vorgeschichte (KHK, ACS) bzw. vorbestandener harnsäuresenkender Therapie. Die Nachbeobachtung begann mit der ersten Gichtdiagnose und endete frühestens mit einem ersten ACS-Ereignis, Auswanderung, Tod oder Studienende. Zur Schätzung des Risikos wurde die Inzidenzrate (IR) verwendet.

Die IR für ein erstmaliges ACS betrug 9,0 Ereignisse pro 1.000 Personenjahre nach einem Gichtanfall (6,3 in der Kontrollgruppe). Demnach haben Gichtpatienten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein höheres Risiko für ein erstmaliges ACS.

https://ard.bmj.com/content/80/Suppl_1/115.1 / Drivelegka P et al.: Oral Presentation OP0192. Virtueller Kongress EULAR 2021

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