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25. Juli 2022

Schwere Karotisstenosen

Risiko eines Schlaganfalls auch ohne chirurgische Behandlung gering

Das optimale Management von Patienten mit schwerer asymptomatischer Karotisstenose ist derzeit nicht eindeutig definiert, u.a. aufgrund mangelnder aktueller Daten zum Vergleich von medizinischer und chirurgischer Behandlung. Wie hoch ist z.B. das Risiko eines Schlaganfalls bei solchen Patienten, die rein medizinisch behandelt werden, wenn also kein chirurgischer Eingriff erfolgt? Dieser Frage ging ein US-amerikanisches Forscherteam in seiner retrospektiven Kohortenstudie nach. Die Studie umfasste 3.737 Teilnehmer (durchschnittliches Alter 73,8 Jahre, 57,4% Männer) mit einer asymptomatischen Karotisstenose von 70% bis 99%, die zwischen 2008 und 2012 identifiziert und bis 2019 nachbeobachtet wurden und sich in den vorangegangenen 6 Monaten keinem chirurgischen Eingriff unterzogen hatten bzw. bei denen kein ipsilaterales neurologisches Ereignis stattgefunden hatte. Danach lag die geschätzte Rate der ipsilateralen Karotis-bedingten akuten ischämischen Schlaganfälle bei Patienten mit schweren asymptomatischen Karotisstenosen bei einem medikamentösen Management unter 1% nach 1 Jahr bzw. bei 4,7% nach 5 Jahren.

Chang RW et al.; JAMA 2022;327(20):1974-82. doi:10.1001/jama.2022.4835


Zitierhinweis: erschienen in dieser Ausgabe
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