© golfcphoto iStockphoto

29. August 2022

mRNA-Impfstoffe gegen SARS-CoV-2

Immunantwort: Stark im Blut, schwach in der Lunge

Die mRNA-Impfung gegen SARS-CoV-2 induziert eine robuste humorale und zelluläre Immunität im Blutkreislauf; es ist jedoch nicht bekannt, ob sie wirksame Immunantworten in den Atemwegen hervorruft, insbesondere gegen bedenkliche Varianten (einschließlich Omikron). US-Forscher wollten deshalb wissen, wo Geimpfte im Körper Immunantworten entwickeln. Sie verglichen dazu die SARS-CoV-2-Spikeprotein-spezifischen Gesamt- und neutralisierenden Antikörperantworten sowie die B- und T-Zell-Immunität in Blutproben und Proben von Schleimhäuten in Lungenbläschen (mittels bronchoalveolärer Lavage, BAL) von COVID-19-geimpften Personen mit denen von COVID-19-genesenen Patienten. Danach wiesen geimpfte Personen im Vergleich zu Genesenen signifikant niedrigere Werte an neutralisierenden Antikörpern gegen D614G, Delta (B.1.617.2) und Omikron BA.1.1 in der BAL auf, trotz robuster S-spezifischer Antikörperreaktionen im Blut. Darüber hinaus induzierte die mRNA-Impfung eine zirkulierende S-spezifische B- und T-Zell-Immunität, aber im Gegensatz zu Genesenen waren diese Reaktionen in der BAL der geimpften Personen nicht vorhanden.

Quelle: Tang J et al.: Science Immunology 2022. DOI: 10.1126/sciimmunol.add4853


Zitierhinweis: erschienen in dieser Ausgabe
Neueste Artikel
Serie: Impfen aktuell

Gelbfieberimpfung: neue Empfehlungen

Nachdem sich die WHO 2016 durchgerungen hat, den Schutz gegen Gelbfieber nach einer einzelnen Impfung bis auf wenige Ausnahmen als lebenslänglich anzuerkennen, hat die STIKO in ihrem ...

Früh erkennen und rechtzeitig behandeln

Sexuell übertragbare Erkrankungen

Sexuell übertragbare Infektionen (STI, sexual transmitted infection) gehören zum klinischen und praktischen Alltag und fristen dennoch ein Nischendasein, sei es, weil Patientinnen und ...