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15. September 2022

Immunschwache COVID-19-Patienten

Kombinationstherapie mit Interferon-beta gibt Hoffnung

Menschen mit Immundefekten können nicht durch eine Impfung gegen SARS-CoV-2 geschützt werden, die verfügbaren Therapien sind bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem nur eingeschränkt wirksam. Zudem ist es wichtig, die Bildung resistenter Virusvarianten durch möglichst effektive Therapien zu unterdrücken. Es besteht also dringender Handlungsbedarf. Eine aktuelle Untersuchung eines internationalen Teams der Universität Frankfurt und der University of Kent gibt jetzt Anlass zur Hoffnung, dass die Bildung neuer Varianten des Corona-Virus schon bald eingedämmt werden kann. Die Forscher haben dazu Kombinationen verschiedener antiviraler Medikamente mit Interferon-beta in Zellkulturen in ihrer Wirkung auf die Omikron- und Delta-Variante von SARS-CoV-2 getestet. Interferone wie Interferon-beta werden im Körper als Schutz gegen Virusinfektionen produziert und können als antivirale Medikamente eingesetzt werden.

Danach erwies sich insbesondere die Kombination von Betaferon mit Molnupiravir, Nirmatrelvir und Aprotinin in Zellkultur als hoch wirksam gegen die Omikron- und Delta-Variante von SARS-CoV-2. Der Therapieansatz muss jetzt in klinischen Studien getestet werden.

Bojkova D et al. Journal of Infection 2022. doi.org/10.1016/j.jinf.2022.07.023

Pressemitteilung Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)


Zitierhinweis: erschienen in dieser Ausgabe
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