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2. April 2022

Darmmikrobiom

Archaeom vielfältiger als bisher bekannt

In zahlreichen Studien wurden bereits die Zusammenhänge zwischen der Zusammensetzung und Funktion des Mikrobioms und der Krankheitsentstehung untersucht. Im Fokus standen hier meist Bakterien und Viren. Bisher wenig beachtet: die Archaeen. Obwohl sie „nur“ etwa 1,2% des gesamten Darmmikrobioms ausmachen, haben sie jedoch enorme regulatorische Auswirkungen auf das Mikrobiom. Ein Forschungsteam der Universität Kiel und der Medizinischen Universität Graz hat jetzt auf der Grundlage von umfangreichen Genomdaten eine Charakterisierung des noch unzureichend beschriebenen Archaeen-Vorkommens im menschlichen Darm (des sog. Archaeoms) vorgelegt. Dabei konnten bislang unbekannte Archaeen-Arten beschrieben werden. Damit ist das menschliche Archaeom weitaus vielfältiger als bisher bekannt. Zudem hat es eine Kernzusammensetzung immer gleicher Arten, die bei den meisten Menschen unabhängig von äußeren Faktoren (Geografie, Geschlecht, Alter) auftritt. Weiters konnten die Forscher bislang unbekannte Arten von Viren identifizieren, die Archaeen infizieren können.

Pressemeldung Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Chibani CM et al.: Nat Microbiol 2022; 7: 48–61. https://doi.org/10.1038/s41564-021-01020-9

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