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11. Juni 2022

Gastritis

Bakterielle Infektion lässt Zellen unkontrolliert wachsen

Eine Besiedelung des Magens mit Helicobacter pylori zählt zu den häufigsten chronischen bakteriellen Infektionen. In der Folge können sich Entzündungen des Magens oder Magenkrebs entwickeln. Wegen des ständigen Kontakts mit der Magensäure erneuert sich die gesunde Magenschleimhaut innerhalb weniger Wochen komplett, wobei ihre Struktur und Zusammensetzung stets unverändert bleibt. Bisher nahm man an, dass eine Helicobacter-Infektion die Drüsenzellen der Magenschleimhaut direkt schädigt. Ein Berliner Forschungsteam der Charité und des Max-Delbrück-Centrums konnte nun – unter Nutzung komplexer Mausmodelle und Entwicklung von speziellen Organoiden (Minimägen) – charakteristische Veränderungen in den Magendrüsen im Zuge einer Infektion aufklären. Die Wissenschaftler haben dabei einen bisher unbekannten Mechanismus gefunden, der die Zellteilung im gesunden Gewebe begrenzt und somit vor Krebsentwicklung schützt. Durch eine Mageninfektion wird diese komplexe Interaktion verschiedener Zellen und Signale aber aufgehoben, so dass Zellen unkontrolliert wachsen können.

Kapalczynska M et al.: Nat Commun 2022. doi: 10.1038/s41467-022-29176-w

Pressemitteilung Charité – Universitätsmedizin Berlin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)


Zitierhinweis: erschienen in dieser Ausgabe
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