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19. März 2021

Darmkrebsrisiko

Bei Eisenmangel und Hämatochezie: Koloskopie!

Das Auftreten von Eisenmangelanämie oder Hämatochezie wird mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko in Verbindung gebracht. Daten gibt es dazu bisher aber wenige.

US-Forscher untersuchten deshalb in einer retrospektiven Kohortenstudie den Zusammenhang zwischen Eisenmangelanämie bzw. Hämatochezie und Darmkrebsinzidenz. Dazu analysierten sie die Daten von ca. 800.000 US-Veteranen (18–49 Jahre). Die Probanden wurden in die Eisenmangelkohorte (n=239.000) und die Hämatocheziekohorte (n=653.740) unterteilt und jeweils vergleichbaren Kontrollprobanden ohne Befunde gegenübergestellt. Danach betrug die kumulative Fünfjahresinzidenz von Darmkrebs bei Patienten mit Eisenmangelanämie 0,45% (vs. 0,05% in der Kontrollgruppe). Die Inzidenz stieg zudem mit dem Alter von 0,14% (<30 Jahre) auf 0,53% (40–49 Jahre). In der Hämatocheziekohorte verhielt es sich ähnlich. Und auch hier stiegen die Inzidenzen mit dem Alter. Eine Koloskopie bei Erwachsenen unter 50 Jahren mit Eisenmangelanämie oder Hämatochezie, für die sich keine andere klinische Ursache findet, sei deshalb dringend anzuraten.

Quelle:
Demb J et al. Gut 2020. doi: 10.1136/gutjnl-2020-321849

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