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29. August 2022

Demographischer Wandel

Bessere Nutzung der Darmkrebsvorsorge notwendig

Seit knapp zwei Jahrzehnten sinkt die Darmkrebs-Neuerkrankungsrate in Deutschland kontinuierlich. Die Ursache für diesen Rückgang sehen Experten in der Teilnahme an der Vorsorge-Darmspiegelung, die Männern ab 50 Jahren und Frauen ab 55 Jahren von den Krankenkassen angeboten wird. Doch der demographische Wandel könnte diesen Trend bald schon beenden: Darmkrebs ist meist eine Alterserkrankung. Zwischen dem 50. und dem 60. Lebensjahr verdoppelt sich die Neuerkrankungsrate, und sie steigt mit jedem weiteren Lebensjahrzehnt weiter an. Jedoch nehmen weniger als 20% aller Berechtigten die Vorsorge-Darmspiegelung wahr. Bei gleichbleibender Nutzung ist aufgrund des demographischen Wandels bis 2050 ein Anstieg der Darmkrebsfälle von heute jährlich rund 62.000 auf 77.000 zu erwarten. Um diese Steigerung aufzufangen, müsste die Teilnahmerate an der Vorsorge-Darmspiegelung erheblich gesteigert werden, wie Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in ihrer Studie errechneten: bis 2030 um etwa den doppelten Wert, ab 2040 sogar auf etwa den dreifachen Wert.

Quelle: Pressemitteilung Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)


Zitierhinweis: erschienen in dieser Ausgabe
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