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26. November 2021

Darmkrebs

Erhöhtes Risiko durch häufige Einnahme von Antibiotika?

Es gibt schon länger Hinweise darauf, dass die Einnahme von Antibiotika über eine Veränderung des Darmmikrobioms das Darmkrebsrisiko erhöhen kann. Eine schwedische Studie hat jetzt diesen Zusammenhang genauer untersucht. Die Wissenschaftler nutzten dazu Daten aus nationalen Registern (40.545 Darmkrebsfälle, 202.720 Kontrollen im Erhebungszeitraum 2005–2016). Sie fanden einen positiven Zusammenhang zwischen häufigerem Antibiotikaeinsatz und Darmkrebs. Die positive Assoziation beschränkte sich allerdings auf den proximalen Dickdarm (OR für sehr hohen Antibiotikaeinsatz im Vergleich zu keinem Einsatz: 1,17, 95%-KI: 1,05–1,31). Bei Rektumkarzinomen wurde ein umgekehrter Zusammenhang beobachtet, der offenbar nur Frauen betrifft. Die Forscher fanden zudem heraus, dass wohl nicht jedes Antibiotikum den gleichen Effekt hat: Chinolone, Sulfonamide und/oder Trimethoprim wurden positiv mit proximalem Dickdarmkrebs in Verbindung gebracht, während für Rektumkarzinome der inverse Zusammenhang über alle Antibiotikaklassen hinweg beobachtet wurde.

Lu SSM et al.: J Natl Cancer Inst 2021; djab125. https://doi.org/10.1093/jnci/djab125

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