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27. April 2022

Darmkrebs

Früherer Vorsorgebeginn bei familiärer Genese

Laut RKI sind 2018 mehr als 60.000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs erkrankt. Die meisten Neuerkrankungen werden nach dem 50. Lebensjahr festgestellt. Insgesamt nimmt die Zahl der Erkrankten aufgrund der guten Vorsorgeleistungen (ab dem 50. Lebensjahr) erfreulicherweise ab. Allerdings gibt es zwei wichtige Tatsachen, die wenig Beachtung finden: Jeder zehnte Darmkrebsfall wird vor dem 50. Geburtstag diagnostiziert, und mehr als jeder zehnte Deutsche hat eine familiäre Belastung für Darmkrebs. So gibt es Menschen, bei denen Darmkrebs schon zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auftritt. Diese Menschen fallen aus dem Vorsorgeraster heraus – mit oft tödlichen Folgen. Denn bei ihnen wird der Darmkrebs häufig erst diagnostiziert, wenn er bereits Beschwerden verursacht oder sich Metastasen in anderen Organen gebildet haben. Die DGVS fordert deshalb, mit den Vorsorgeuntersuchungen bei Personen mit Darmkrebs in der Familienanamnese deutlich früher zu starten. Als Faustregel gilt: Die Darmkrebsvorsorge sollte zehn Jahre vor dem Alter der Diagnosestellung des Angehörigen beginnen.

Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)

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