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19. Januar 2022

Autoimmunhepatitis

Neuer Antikörpertest verbessert Diagnose

Der Nachweis von Autoantikörpern ist eine wichtige Grundlage für die Diagnose der Autoimmunhepatitis (AIH). Herkömmlichen Autoantikörpern mangelt es jedoch an Sensitivität und Spezifität, was zu erheblicher diagnostischer Unsicherheit führt. Einem Forscherteam der Medizinischen Hochschule Hannover gelang jetzt die Entwicklung eines neuen Antikörpertests, mit dem sich eine AIH schneller und sicherer diagnostizieren lässt. Dazu haben die Wissenschaftler mehr als 1.000 Blutproben untersucht. Zur Unterscheidung von AIH- und Nicht-AIH-Lebererkrankungen wurden IgG-Antikörper mit Bindungskapazitäten für viele menschliche und fremde Proteine mittels Protein-Makroarray identifiziert. Im Blut von AIH-Patienten fanden die Forscher insbesondere polyreaktive Immunglobuline (pIgG). Diese heften sich an ein bestimmtes Protein namens HIP1R, das im gesamten Körper und nicht nur in der Leber zu finden ist. Im Vergleich zu den herkömmlichen Autoantikörpern sind die pIgG damit als Marker wesentlich genauer. Es lassen sich selbst AIH-Betroffene per Bluttest entdecken, die keine klassischen Autoantikörper bilden.

Pressemitteilung Medizinische Hochschule Hannover (MHH)

Taubert R et al.: Hepatology2021; https://doi.org/10.1002/hep.32134


Zitierhinweis: erschienen in dieser Ausgabe
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