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15. September 2022

Darmkrebs

Westliche Ernährungsweise erhöht kolorektales Risiko

Hinweise auf ein krebserregendes Potenzial von Polyketid-Synthase(pks)-tragenden Escherichia coli (pks+ E. coli) verdichten sich immer mehr. Andererseits führt eine westliche Ernährungsweise, d.h. reich an rotem und verarbeitetem Fleisch, Zucker, raffiniertem Getreide, mit wenig Gemüse und Hülsenfrüchten, nachweislich zu systemischen und intestinalen Entzündungen. US-Forscher stellten in einer Untersuchung jetzt fest, dass es einen engen Zusammenhang gibt zwischen westlicher Ernährungsweise und der Häufigkeit von Darmkrebs, dessen Tumoren größere Mengen von pks+ E.coli enthalten.

Bei insgesamt 134.775 Teilnehmern von 2 prospektiven Kohortenstudien wurden in der Nachbeobachtung alle 4 Jahre anhand von Fragebögen Daten zur Ernährungsweise erhoben, woraus der Score für die westliche Ernährung berechnet wurde. Mittels quantitativer PCR wurde die pks+-E. coli-DNA in 1.175 Tumoren von 3.200 Darmkrebsfällen, die während der Nachbeobachtungszeit aufgetreten waren, nachgewiesen. Die Assoziation des Scores für westliche Ernährung mit der Darmkrebs-Inzidenz war danach bei Tumoren mit höheren pks+-E. coli-Werten stärker ausgeprägt.

Arima K et al, Gastroenterol 2022 (online). doi.org/10.1053/j.gastro.2022.06.054


Zitierhinweis: erschienen in dieser Ausgabe
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