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28. August 2022

Demenz

Geringere Muskelkraft als Warnsignal

Die Zusammenhänge zwischen Muskelkraft und kognitiven Leistungen haben das Interesse an Maßnahmen zur Steigerung der Muskelkraft geweckt, die zur Vorbeugung von Demenz beitragen können. Die genaue Assoziation zwischen nachlassender Muskelstärke und kognitiver Alterung, insbesondere bei Erwachsenen mittleren Alters, ist jedoch noch unklar. Britische Forscher werteten dazu für ihre Kohortenstudie Daten von 190.406 Erwachsenen (39–73 Jahre) aus, bei denen von 2006 bis 2010 die Handgriffstärke (HGS) gemessen und zur Demenzdiagnose über 11 Jahre nachverfolgt wurde. Weitere Tests zur Bestimmung von fluider Intelligenz und prospektivem Gedächtnis sowie Untersuchungen zum Gesamtvolumen des Gehirns (Hyperintensität der weißen Substanz und Hippocampus-Volumen) und zur auftretenden Demenz (alle Ursachen, vaskuläre und Alzheimer-Krankheit) wurden durchgeführt.

Demnach korrelierte eine nachlassende HGS mit verminderter kognitiver Leistung: Sie war mit geringerer fluider Intelligenz und reduziertem prospektivem Gedächtnis assoziiert. Mit Abnahme der HGS erhöhte sich auch die Inzidenz für eine Demenz; dieser Zusammenhang war bei vaskulärer Demenz am stärksten ausgeprägt.

Quelle: Duchowny KA et al.: JAMA Netw Open. 2022;5(6):e2218314


Zitierhinweis: erschienen in dieser Ausgabe
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