© Tharakorn iStockphoto

13. Dezember 2020

Chronische Verstopfung: Beschwerden erfragen!

Bei der Beratung von Patienten mit chronischer Verstopfung sind die Beschwerden wichtiger als die Stuhlfrequenz. Zur Basisdiagnostik gehören daher Fragen wie: „Ist der Stuhlgang zu hart oder haben Sie seltener als alle drei Tage Stuhlgang?“, „Haben Sie das Gefühl, dass nach dem Stuhlgang der Darm nicht vollkommen entleert ist?“, „Wie ist der Stuhl geformt?“. Hilfreich ist dabei ein Stuhltagebuch mit Angaben zu Frequenz, Beschwerden und Stuhlkonsistenz nach der Bristol-Stuhlformen-Skala. Zur Basisdiagnostik gehören zudem eine körperliche Untersuchung mit rektal-digitaler Untersuchung (Sphinktertonus, Kneifdruck, Pressen lassen mit Untersuchung auf Rektozele, Schmerzhaftigkeit bei Analfissur), Fragen nach Ernährungsgewohnheiten, Begleitkrankheiten, die mit Verstopfung einhergehen können, und Medikamenten, die zur Verstopfung führen. Laboruntersuchungen sind, abgesehen von einem Test auf okkultes Blut, nicht notwendig. Weitergehende Untersuchungen sind nur bei Alarmsymptomen wie Gewichtsverlust, Blutung oder neu aufgetretenen Beschwerden ohne erkennbare Ursache angebracht.

Quelle:
MMW Fortschr Med 2020; 162: 42-6

Neueste Artikel