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28. November 2021

Psychische Erkrankungen

Frühkindlicher Stress hinterlässt lebenslange Spuren im Gehirn

Belastende Erfahrungen in der frühen Kindheit, wie z.B. eine gestörte Eltern-Kind-Bindung, gelten als Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung von psychischen Erkrankungen im Erwachsenenalter. Die zugrundeliegenden neurobiologischen Mechanismen sind jedoch bisher nicht hinreichend geklärt. Die Forschungsansätze konzentrierten sich bisher vor allem auf die Neuronen, weniger auf die Gliazellen, die zu 50% das menschliche Gehirn ausmachen.

Ein interdisziplinäres Forscherteam der Universitätsmedizin Mainz hat jetzt in einem Mausmodell gezeigt, dass frühkindliche Stresserfahrungen die Funktion von bestimmten Gehirnzellen im Hippocampus, den sogenannten ‚NG2+‘-Gliazellen (Oligodendrozyten-Vorläuferzellen), langanhaltend beeinträchtigen. Die Effekte korrelierten dabei stark mit der Konzentration des Stresshormons Corticosteron. Allerdings waren nicht alle Tiere in gleichem Maße von den Auswirkungen durch die frühkindliche Stresserfahrung betroffen, was den Autoren zufolge die Situation in der menschlichen Bevölkerung sehr gut widerspiegelt.

Pressemitteilung Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Treccani G et al.: Neurobiol Stress 2021; 15, Article 100338. DOI: 10.1016/j.ynstr.2021.100338

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