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11. Juni 2022

Long-COVID und CED

Long-COVID-Symptome korrelieren mit Virusbestandteilen im Darm

Long-COVID-Symptome hängen bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) offenbar mit dem Vorhandensein von Virusbestandteilen im Darm zusammen. Das geht aus einer klinischen Studie der Uniklinik Innsbruck hervor. Dazu wurden 46 CED-Patienten nach bestätigter SARS-CoV-2-Infektion (meist milder Verlauf) im Mittel 219 Tage nach der Infektion im Rahmen einer Magen-Darm-Spiegelung auch auf „Reste“ von SARS-CoV-2 im Darm untersucht. Von den Patienten, bei denen mittels PCR-Test Virusbestandteile im Dünn- und Dickdarm festgestellt wurden, zeigten die meisten auch Long-COVID-Symptome. Fanden sich keine Virusreste, waren auch keine Long-COVID-Symptome zu beobachten. Blutuntersuchungen zur Evaluierung der Antikörperantwort zeigten zudem, dass sich bei Patienten, bei denen noch am meisten Viren im Gewebe gefunden wurden, nur wenige Antikörper fanden. Im Stuhl waren keine Virusreste nachweisbar. Das Vorhandensein viraler Bestandteile war unabhängig vom Schweregrad der durchlebten COVID-19-Erkrankung, der immunsuppressiven Therapie und der CED.

Zollner A et al.: Gastroenterology (2022) Journal pre-proof; https://doi.org/10.1053/j.gastro.2022.04.037 .


Zitierhinweis: erschienen in dieser Ausgabe
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