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11. Juni 2022

Herzinfarkt

Sekundärprävention: Therapietreue nimmt mit der Zeit ab

Patienten mit bereits erlebtem Herzinfarkt haben eine ungünstige Prognose, häufig kommt es zu weiteren schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen. Eine leitliniengerechte Sekundärprävention kann diese Prognose deutlich verbessern. Allerdings nehmen viele Patienten (und z.T. auch Ärzte) die Krankheit als geheilt wahr, sobald ein Stent eingesetzt wurde. Folge: Die Therapietreue nimmt mit wachsendem zeitlichem Abstand zum erlebten Herzinfarkt ab. Bislang fehlten Daten, wie sich die leitliniengerechte Versorgung in der Realität darstellt. Das war der Anlass für das Registerprojekt GULLIVE-R. Eingeschlossen wurden 2.503 Patienten und ihre behandelnden Ärzte aus 150 Zentren. Ersten Ergebnissen zufolge war eine sehr hohe Rate von Revaskularisationen festzustellen und auch die Rate von leitliniengerechten sekundärpräventiven Maßnahmen wurde als gut bewertet. Nahezu 80% der Erkrankten erhielten 4 bis 5 der 5 Wirkstoffe der medikamentösen Sekundärprävention (bei 15% waren es noch 3 Wirkstoffe). 6 Monate später nahmen allerdings nur noch 50% der Patienten 4 oder 5 Medikamente ein (bei 31% waren es nur noch 3 Wirkstoffe).

Pressemitteilung DGK anlässlich der 88.Jahrestagung der DGK


Zitierhinweis: erschienen in dieser Ausgabe
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