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1. Juni 2022

Lungenfibrose

Untypischer Krankheitsverlauf nach COVID-19

Akutes Lungenversagen gehört bei einem schweren COVID-19-Verlauf zu den bekannten und schwerwiegendsten Komplikationen, die intensivmedizinische Intervention erfordern. Ursache ist in vielen Fällen eine Lungenfibrose. Das überschüssige Bindegewebe beeinträchtigt den Gasaustausch und den Kreislauf in der Lunge – sichtbar im Röntgenbild oder CT als glasige, wabenartige Verschattungen. Die Schäden im Lungengewebe können sich zurückbilden, oft entwickelt sich aber eine progrediente Lungenfibrose. Anhaltende Atemprobleme nach einer COVID-19-Erkrankung können ebenfalls ein Hinweis auf eine Lungenfibrose sein. Diese Beobachtung haben jüngst Ärzte des Universitätsspitals Zürich gemacht. Sie beschreiben damit als Erste eine neue Form von Lungenfibrose bei COVID-19, die sie post-COVID pulmonary fibrosis (PCPF) nennen. Die Patienten zeigten größere Einbußen bei der Atemleistung, höhere CRP-Werte sowie im Röntgen- und im CT-Bild sichtbare Gewebeveränderungen. Die typische Wabenstruktur zwischen den Verschattungen war jedoch nicht oder kaum mehr erkennbar – ein Hinweis darauf, dass die Lungenfibrose bereits irreversible Schädigung des Lungengewebes verursacht hat.

Kostopanagiotou K et al.: Annals of Medicine 2022, 54:1, 588-590, DOI: 10.1080/07853890.2022.2039954

Medienmitteilung Universitätsspital Zürich

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