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9. September 2021

Staphylococcus epidermidis

Vom harmlosen Hautbakterium zum Krankheitserreger

Staphylococcus epidermidis kommt meist als harmlose Art auf der menschlichen Haut und in der Nase vor. Doch einige Stämme können schwer behandelbare Infektionen hervorrufen. Häufig sind sie dann auch resistent gegen das besonders wirksame Antibiotikum Methicillin und zählen damit zu den gefürchteten Krankenhauskeimen. Wie aus den harmlosen Hautkeimen plötzlich gefährliche Infektionserreger werden können, war bislang nicht so klar. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Universität Tübingen hat nun entdeckt, was die friedlichen „Mitbewohner“ unter den S.-epidermidis-Bakterien von den gefährlichen Invasoren unterscheidet. Bei vielen der Letzteren identifizierten die Wissenschaftler ein neues Gencluster, das den Bakterien zu zusätzlichen Strukturen der Zellwand verhilft. Damit können sich die Staphylokokken leichter an menschliche Wirtszellen in der Blutbahn anheften und so zu Krankheitserregern werden. Möglicherweise kann über diese Zellwandstrukturen auch die Methicillinresistenz verbreitet und beispielsweise von S. epidermidis auf die noch gefährlichere Schwesterart S. aureus übertragen werden.

Quelle: Du X et al.: Nature Microbiology 2021; 6:757-68. https://doi.org/10.1038/s41564-021-00913-z

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