23. August 2021

Warum ich Allgemeinarzt bin

„Ich betrachte meine Patienten als Teil der eigenen Familie“

Als Exil-Iraner in einer Familiengesellschaft sozialisiert, sind mir als Familienarzt Beziehungsarbeit und Beziehungsmedizin sehr wichtig. Fern von Familie und Heimat ist mir das auch Trost und Sinnstiftung. Welt wechselt.

Ich betrachte meine Patienten als Teil der eigenen Familie und nehme Abschied, wenn ein Mensch auf seinem Weg von der diesseitigen in die „jenseitige“ Welt wechselt. Als Allgemeinärzte sind wir nicht nur Experten einer fächerübergreifenden Medizin, sondern in unserem Dienst am Menschen auch praktische Philosophen, Psychologen, Sozialarbeiter, Seelsorger und „Umweltschützer“ – da wir die soziale und familiäre Umwelt unserer Patienten mit betreuen. Das ist eine herausragende Berufung und der Grund, warum ich Allgemeinarzt bin.

Dr. agr. Dr. med. Rahim Schmidt
Facharzt für Allgemeinmedizin, Universitätsmedizin MainzLehrbeauftragter für interkulturelle Medizin am Universitätsklinikum Marburg
Landtagsabgeordneter a. D. in Rheinland-PfalzZweiter Vorsitzender des Vereins „Armut und Gesundheit in Deutschland“ (www.armut-gesundheit.de)
Botschafter für die Stiftung Lebensspur (www.stiftung-lebensspur.de)
Autor und Vortragender zu Themen aus den Bereichen Teamarbeit und transkulturelle Kompetenz


Zitierhinweis: erschienen in dieser Ausgabe
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