13. September 2021

Warum ich Allgemeinärztin bin

„Jungen Kolleginnen würde ich zum Hausarztberuf raten“

Gerade den jungen Kolleginnen, die eine Familie mit Kindern gründen wollen, würde ich raten, als Hausärztin in einer kleinen Praxis zu arbeiten, im besten Fall in einer eigenen Praxis. Die freie Zeiteinteilung ist für Mütter von Kindern sehr wichtig, und die hat man gerade, wenn man selbstständig ist und sich nicht an die Diensteinteilungen eines Krankenhauses halten muss.

Ich habe mich als Mutter von drei Kindern, die zu dieser Zeit vier (Zwillinge) und acht Jahre alt waren, 2003 auf dem Land als Hausärztin niedergelassen. Ich konnte die Praxiszeiten ganz nach meiner Familie richten. Hausbesuche machte ich z.B., wenn die drei ihren Hobbys nachgingen. Wenn eine krank war, fiel ich nicht aus, sondern ich nahm sie mit in die Praxis, wo sie sich gesund schlief, in Muttis Nähe war und von meiner Sprechstundenhilfe umsorgt wurde. Auch meine Patienten fanden es hinreißend, von Zeit zu Zeit meine Kinder zu sehen (z.B. auf Hausbesuchen).

Inzwischen sind alle drei Töchter im Studium, ich habe mehr Zeit und daher eine Hausarztpraxis in der Stadt Kiel mit Filiale auf dem Land am Nord-Ostsee-Kanal. Ich liebe meine beiden Praxen als Hausärztin, da sie dank der verschiedenen Generationen bei den Patienten und der Standorte (Stadt/Land) unglaublich abwechslungsreich sind.

Dr. med. Gabriele Lorentz
Fachärztin für Allgemeinmedizin in Kiel und in Schinkel/­Schleswig-Holstein


Zitierhinweis: erschienen in dieser Ausgabe
Neueste Artikel
Eine fast unendliche Geschichte

Mein linkes Knie

Unter der Rubrik „Der Arzt als Patient“ berichten Hausärztinnen und Hausärzte aus eigener Betroffenheit ihre Erfahrungen. Als Patienten suchen sie Rat und Hilfe bei ihren Kollegen, ...