21. Mai 2021

Warum ich Allgemeinärztin bin

„Der Beruf wurde in den letzten Jahren schlechtgeredet“

Ich bin jetzt seit 30 Jahren als niedergelassene Allgemeinärztin in einem Dorf tätig und bin es immer noch gern. Am meisten liebe ich die Abwechslung in diesem Beruf, man weiß nie, was auf einen zukommt, wenn der nächste Patient das Sprechzimmer betritt.

Bei Hausbesuchen lernt man auch noch das normale Umfeld kennen, was oft sehr spannend ist. Man kann sich auf seine Neigungen spezialisieren, z.B. liegt mir das Operieren und die kleine Chirurgie wird hier auf dem Land gern angenommen.

Zu Beginn meiner Tätigkeit hatten wir noch rund um die Uhr Bereitschaftsdienste, mit Ausnahme von Mittwochnachmittag und am Wochenende. Im Laufe der Zeit richteten wir mit den Kollegen vor Ort einen Dienstplan ein, der deutlich mehr Freizeit erlaubte. Aktuell bin ich in einer Gemeinschaftspraxis tätig, der Bereitschaftsdienst wird über eine Zentrale geregelt. Es ist alles sehr entspannt, ich kann nicht verstehen, wieso der Beruf in den letzten Jahren so schlechtgeredet wurde. Natürlich ersticken wir in Bürokratie, aber mit gutem und motiviertem Personal ist das durchaus zu bewältigen und in welchem Beruf ist es heutzutage anders?

Dr. med. Claudia Mentel
Fachärztin für Allgemeinmedizin, Gemeinschaftspraxis
mit Dr. Thomas Sonntag, Kirchheim


Zitierhinweis: erschienen in dieser Ausgabe
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