28. Juni 2021

Warum ich Allgemeinärztin bin

„Die Leute haben großes Vertrauen zu mir“

Hausärztin finde ich den schönsten ärztlichen Job, den es gibt, weil die medizinische Bandbreite so groß ist. Als ich in der Inneren Medizin im Krankenhaus tätig war, habe ich tatsächlich gedacht: „Hausärztin zu sein, bedeutet 30 Jahre lang Zucker, Hochdruck und Rückenschmerzen, das muss doch mächtig langweilig sein.“

Genau das Gegenteil ist wahr: Es geht auch um Zucker, Hochdruck und Rückenschmerzen, aber selbst das wird niemals langweilig. Darüber hinaus kommen die Leute wegen aller möglichen Lebensfragen und Beschwerden aus der ganzen Palette der somatischen und psychischen Medizin zu mir. Die Leute haben ganz großes Vertrauen zu mir als ihrer Hausärztin, gehen etwa zum Gastroenterologen, lassen ihren Magen spiegeln, kommen mit dem Rezept für einen PPI zu mir und sagen: „Frau Doktor, soll ich das wirklich nehmen?“ Eine Patientin hat mich mal gefragt, was sie denn gegen Schlangenbisse im Urwald machen soll. Da habe ich geantwortet: „Es tut mir leid, ich muss das nicht oft sagen, aber da weiß ich jetzt wirklich nix.“ Solche Themen, zu denen mir nichts einfällt, gibt es aber wirklich nicht so viele.

Dr. med. Alexandra Becher
Fachärztin für Allgemeinmedizin, Psychotherapie, Homöopathie, Dachau


Zitierhinweis: erschienen in dieser Ausgabe
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