31. März 2021

Warum ich Allgemeinarzt bin

„Meine Patienten wollen von mir wissen, wie es weitergeht“

Mein Weg zur Allgemeinmedizin verlief zunächst auf dem Umweg über die Chirurgie, Anästhesie, Notfallmedizin und schließlich über eine breit gefächerte internistische Ausbildung im Krankenhaus – da war dann für mich klar, wie sehr es mir gefällt, in meinem Beruf ein breites Spektrum der Medizin abzudecken.

Ich könnte mir heute auch nicht mehr vorstellen, in einem eng begrenzten Bereich zu arbeiten, und bin sehr froh darüber, dass ich in meinem Arbeitsbereich einen Patienten komplett „von oben bis unten“ anschauen und behandeln kann.

Die Patienten kommen oft von einem Facharzt zu mir zurück, der „nichts gefunden hat“. Der Kollege schließt dann ein Kapitel der Patientenakte und das ist auch in Ordnung so. Aber der Patient kommt danach mit der Fragestellung zu mir, wie es nun weitergeht und wie er damit umgehen soll. Da kann und will ich es mir als Allgemeinarzt nicht so einfach machen, zu sagen: „Dein Problem geht mich nichts mehr an, du gehst jetzt woanders hin.“ Ich bin gewissermaßen ein Lebensbegleiter, ich würde sogar sagen, ein Stück weit bin ich im Gesundheits- und Lebensmanagement für meine Patienten tätig. Darin sehe ich meine Aufgabe und meinen Job.

Autor:
Andreas Angermeier
Facharzt für Allgemeinmedizin, Sinzing


Zitierhinweis: erschienen in dieser Ausgabe
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