22. März 2021

Warum ich Allgemeinärztin bin

Ich bin näher dran am ganzen Menschen

Ich bin Allgemeinärztin, weil mir die Arbeit mit dem ganzen Menschen in seinen vielfältigen familiären und sozialen Bezügen große Freude macht: Den kranken Menschen begleite ich auf seinem oftmals langen Weg. Als Allgemeinärztin bin ich jedoch nicht nur kurativ tätig: Dem gesunden Menschen kann ich präventiv helfen, gesund zu bleiben!

Allgemeinmedizin, wie ich sie verstehe, lebt von der Kommunikation mit dem Patienten, vom lebendigen Gespräch. Im Krankenhausalltag, wie ich ihn während meines Studiums kennengelernt habe, kommt das oft viel zu kurz. Allgemeinmedizin ist „sprechende Medizin“, die auch im Medizinstudium leider noch nicht ausreichend gelehrt wird. Hier hilft mir mein abgeschlossenes Psychologiestudium sehr, denn als Allgemeinärztin kommen die Menschen mit ihren körperlichen und seelischen Problemen zu mir. Und diese Ganzheitlichkeit ist es, die mich immer an der Medizin fasziniert hat.

Gerade in der gegenwärtig sehr belastenden „Corona-Zeit“ wird deutlich, wie wichtig ein einfühlsames Gespräch mit den Patienten ist. Die Kontaktbeschränkungen, die Isolation in der Quarantäne und die Einsamkeit führen zu seelischer Not in einem bisher nicht gekannten Ausmaß. Besonders die Hilflosigkeit, die meine Patienten erfahren, wenn nahe Angehörige versterben, ohne dass sie noch einmal Abschied nehmen konnten, stellt auch mich immer wieder vor besondere Herausforderungen. Als Hausärztin kann ich mich nicht hinter Laborwerten und Testergebnissen sowie nackten Zahlen verstecken. Aber dem muss ich mich stellen. Und genau deswegen bin ich ja schließlich Allgemeinärztin geworden!

Dr. med. Dr. phil. Irmgard Maria Sieber
Fachärztin für Allgemeinmedizin, Kallmünz

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